NRW-Innenminister Reul: Sabotage-Täter wollte weitermachen
Nach der Festnahme des mutmaßlichen Strom-Saboteurs äußert sich NRW-Innenminister Herbert Reul zu Motiv und Ermittlungsstand.
Festnahme bei Aachen
Die Polizei hat am Dienstag den 48-jährigen Daniel V. festgenommen, der verdächtigt wird, mehrere Kraftwerke in Deutschland sabotiert zu haben, berichtet WELT. Er wurde bei einer Verkehrskontrolle in Weisweiler bei Aachen erkannt, als er versuchte, eine Polizeisperre zu Fuß zu umgehen.
Bei seiner Festnahme hatte er laut Polizei Köln weitere Sprengmittel bei sich. Einsatzkräfte fanden zudem im Unterholz ein Zelt mit weiteren Sprengladungen. Widerstand leistete der Mann nicht.
Reul: Täter wollte weitermachen
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte laut ZEIT in Duisburg, der Tatverdächtige habe die Absicht gehabt, seine Angriffe fortzusetzen. „Der war immer noch unterwegs und wollte weitermachen. Dieses Spiel ist heute beendet worden“, so Reul.
Nach seinen Worten spreche im Moment alles dafür, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt habe und alles aus dessen eigener Hand stamme. Hinweise auf psychische Probleme oder eine Bezahlung des Mannes bezeichnete Reul laut ZEIT als „Kaffeesatzleserei“. Wie sich der Verdächtige in der Vernehmung geäußert habe, wisse er noch nicht.
Ausmaß der Sabotage
Nach Angaben von WELT soll der Mann versucht haben, in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen, um Kurzschlüsse auszulösen. In Bergheim westlich von Köln legte ein Kurzschluss dadurch mehrere Kraftwerksblöcke für einige Tage lahm.
Am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg kam es laut WELT zu zwei Kurzschlüssen, ausgelöst durch mehr als 20 selbstgebaute Raketen. In Sachsen entdeckte die Polizei laut ZEIT 21 pyrotechnische Vorrichtungen an Hochspannungstrassen. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte, im Erfolgsfall hätte dies regionale Blackout-Qualität erreichen können. Zu Stromausfällen kam es in keinem der bekannten Fälle.
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