Krösche vor dem Aus: Eintracht Frankfurt in Unruhe
Der Sportvorstand weicht Fragen zu seiner Zukunft aus, sagt ein Sky-Interview ab und wartet auf die Aufsichtsratssitzung am Mittwoch.
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Ausweichende Antworten nach dem 3:3
Markus Krösche (45), Sportvorstand des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, hat sich nach dem 3:3 beim 1. FC Union Berlin nicht zu Berichten über einen vorzeitigen Abschied geäußert. "Wir sprechen über Fußball", sagte er den Journalisten, "lasst es uns beim Fußball belassen." Ein zuvor geplantes TV-Interview beim Sender Sky sagte er kurzfristig ab.
Ausgelöst hatte die Debatte ein Bericht der BILD-Zeitung wenige Stunden vor dem Anpfiff. Danach könnte die Ära Krösche in Frankfurt schon im September enden. Als mögliche Gründe nannte das Blatt laut Sky Sport und Kronen Zeitung die verkorkste Vorsaison, Unstimmigkeiten mit Trainer Adi Hütter und einen angeblichen Flirt mit dem italienischen Klub AC Mailand.
Gegenüber RTL und Sky Sport erklärte Krösche später, er habe sich bewusst entschieden, "irgendwelchen Artikeln schlicht keinen weiteren Raum zu geben". Er stehe mit dem Aufsichtsrat in einem "sehr guten und vertrauensvollen Austausch", sein Fokus liege auf der Transferphase.
Vertrag bis 2028 und eine Ausstiegsklausel
Krösche ist seit 2021 Sportvorstand in Frankfurt, sein Vertrag läuft laut ligaportal.at bis zum 30. Juni 2028. SPORT1 berichtet, eine vorzeitige Trennung gelte als immer wahrscheinlicher, möglicherweise schon im September 2026 nach Ende des Transferfensters.
Nach SPORT1-Informationen enthält der Vertrag eine Ausstiegsklausel: Für circa drei bis vier Millionen Euro könnten ausgewählte Vereine zugreifen, darunter der FC Bayern, Borussia Dortmund und einige Klubs aus der englischen Premier League. Diese Angabe stammt allein von SPORT1 und wird von den anderen Quellen nicht bestätigt.
BILD beschreibt den Kern des Konflikts mit Hütter so: Krösche achte bei Transfers stets auf die finanzielle Hebelwirkung, damit der Klub die vom Aufsichtsrat geforderten Überschüsse erziele, während der Trainer fertige Profis wolle, die ihm sofort helfen.
Widerspruch aus der Vereinsspitze
Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender Mathias Beck (55) wies die Spekulationen im kicker zurück. Krösche habe einen laufenden Vertrag, sich vor zwei Monaten klar zur Eintracht bekannt und befinde sich auf der Zielgeraden des Transferfensters, sagte Beck. "Es besteht also kein Anlass, über die Zukunft von Markus Krösche zu spekulieren."
Beck nennt die Aufsichtsratssitzung am Mittwoch eine lange geplante turnusmäßige Sitzung, bei der es um alle Themen des Sommers gehe. BILD schreibt dagegen, dort solle auch besprochen werden, wie ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit eingeleitet werden könnte und wer als Nachfolger infrage komme. SPORT1 nennt das Verhältnis Krösches zum Kontrollgremium und zu seinen Vorstandskollegen belastet.
Hütter selbst wollte sich nicht festlegen. "Ich habe ein sehr ordentliches Verhältnis zu Markus", sagte der 56-jährige Österreicher bei Sky. Sky-Experte Dietmar Hamann sagte, je mehr er höre und sehe, umso mehr glaube er, "dass die Wege sich trennen werden". Lothar Matthäus meinte, es knirsche seit Wochen und Monaten. Ob und wann eine Entscheidung fällt, ist nach den vorliegenden Berichten offen.