22-Jährige an Rave in Aarau erschossen, Verdächtiger gefasst
Die Kantonspolizei Aargau hat einen 43-jährigen Schweizer verhaftet, fünf weitere Menschen wurden bei den Schüssen verletzt.

Die Schüsse auf der Pferderennbahn Schachen
In der Nacht auf Sonntag sind an einer Technoparty in Aarau mehrere Schüsse abgegeben worden. Eine 22-jährige Frau, eine in der Schweiz wohnhafte Italienerin, wurde dabei getötet. Fünf weitere Personen wurden verletzt.
Nach Angaben der Kantonspolizei Aargau handelt es sich bei den Verletzten um eine deutsche Staatsangehörige sowie vier Schweizer im Alter von 24 bis 31 Jahren. Sie wurden mit leichten bis schweren Verletzungen in Spitäler gebracht. Nach früheren Polizeiangaben schwebt niemand in Lebensgefahr.
Die Polizei bezeichnet die Opfer als Zufallsopfer. Die Neue Zürcher Zeitung nennt als Tatort die Pferderennbahn Schachen in Aarau.
Festnahme und laufende Ermittlungen
Am Montagmittag teilte die Kantonspolizei Aargau mit, einen 43-jährigen Schweizer unter dringendem Tatverdacht festgenommen zu haben. Die Festnahme erfolgte laut der Neuen Zürcher Zeitung in der Nacht auf Montag kurz nach 1 Uhr, also knapp zwölf Stunden vor der Mitteilung.
Die Ermittlungen zum genauen Tathergang, zu den Hintergründen und zu einem möglichen Motiv laufen nach Polizeiangaben weiter. Einzelheiten will die Polizei erst am Mittwoch bekanntgeben. Bis dahin macht sie keine weiteren Angaben.
Der Aargauer Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht sagte an der ersten Medienkonferenz am Sonntagabend, die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau habe ein Strafverfahren wegen Verdachts auf vorsätzliche Tötung sowie wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung eröffnet. «Wir werden die Ressourcen einsetzen, die nötig sind, um dieses Ereignis aufzuklären», sagte er laut der Neuen Zürcher Zeitung.
Fahndung und Rolle des Bundes
Vor der Festnahme hatte die Kantonspolizei eine nationale und internationale Fahndung veranlasst, wie das Bundesamt für Polizei (Fedpol) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Das Fedpol entsandte zwei Verbindungsoffiziere nach Aarau.
Fedpol-Mediensprecher Patrick Jean erklärte gegenüber SRF, das Bundesamt setze seine Unterstützung so lange fort, wie sie benötigt werde. Ob die internationale Fahndung eingestellt wird, entscheide die Kantonspolizei Aargau. Ob sie inzwischen beendet wurde, ist bislang nicht bekannt.
SRF-Inlandkorrespondentin Wilma Hahn berichtet, die Polizei sei von Medienanfragen überrollt worden und halte sich zurück. Medien aus ganz Europa und aus dem arabischen Raum seien vor Ort.
Das Opfer und ein früherer Fall
Die Zeitung Blick nennt das Opfer Maria S. und zitiert ihren Mitbewohner und Vermieter Christopher D., einen 30-jährigen gebürtigen Italiener, der sich in der italienischen Zeitung «La Repubblica» geäussert hat. Er habe die junge Frau vor sieben Jahren in der Gegend von Pescara kennengelernt und in die Schweiz geholt. «Sie war wie eine Schwester für mich», sagt er.
Laut Blick stammte Maria S. aus einer Familie mit Roma-Wurzeln und hatte es in Italien nicht leicht. Am Wochenende der Tat war Christopher D. in Italien unterwegs.
Die Neue Zürcher Zeitung erinnert daran, dass Umbricht bereits beim Vierfachmord von Rupperswil vom 21. Dezember 2015 unter grossem medialem Druck stand. Damals wurden in einem brennenden Einfamilienhaus die Leichen einer Mutter, ihrer zwei Söhne und der Freundin des älteren Sohnes entdeckt.
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