CIA-Chef in Moskau: Warnung an Putin vor NATO-Angriff
US-Medien berichten von einer Eskalationswarnung an den Kreml, während Donald Trump den Geheimbesuch herunterspielt.

Der Kurzbesuch in Moskau
Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist überraschend nach Moskau gereist, blieb dort nach Darstellung von t-online nur wenige Stunden und flog wieder ab. Über den Zweck der Reise wird seither spekuliert.
US-Medien berichteten laut tagesschau.de, Ratcliffe habe den Kreml ausdrücklich vor einem Angriff auf ein NATO-Land gewarnt. Die Washington Post schrieb demnach, die US-Geheimdienste seien zu der Einschätzung gelangt, Moskau halte die USA wegen des Irankriegs für geschwächt und sehe eine Möglichkeit, Aktionen gegen Amerika und die Europäer zu eskalieren.
Der Kreml wiegelt ab. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestreitet t-online zufolge, dass ein Treffen zwischen Ratcliffe und Russlands Präsident Wladimir Putin stattgefunden habe, obwohl Putin an diesem Tag einen anderen Termin gestrichen habe. Nach Angaben des Portals traf Ratcliffe wahrscheinlich nicht den Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergej Naryschkin, der die Visite als gewöhnlichen Arbeitskontakt beschrieb, sondern FSB-Chef Alexander Bortnikow, einen langjährigen Vertrauten Putins.
Trumps Einschätzung
US-Präsident Donald Trump teilt die Sorge vor einer Eskalation nach eigenen Worten nicht. Er habe gute Gespräche mit Putin gehabt, sagte er laut tagesschau.de vor Reportern im Oval Office, der Kreml-Chef werde NATO-Gebiet nicht angreifen.
Den Besuch seines CIA-Direktors spielte Trump herunter. Ratcliffe sehe seinen russischen Gegenpart alle sechs Monate oder einmal im Jahr, sagte er dem Nachrichtenportal Axios, die beiden hätten eine gute Beziehung. Er habe Ratcliffe keine Botschaft mitgegeben.
Der demokratische Senator Mark Kelly, Mitglied im Streitkräfteausschuss, sagte bei CNN, es würde ihn nicht wundern, wenn Putin eine Schwäche der Amerikaner diagnostiziert habe. Trump sei ohne strategisches Ziel, ohne Plan, ohne Zeitrahmen und ohne Ausweg gegen den Iran in den Krieg gezogen.
Kaliningrad in der russischen Propaganda
Während Moskau den Besuch kleinredet, zeichnet die russische Propaganda laut t-online ein bedrohliches Bild der Lage in Europa. Im Mittelpunkt steht die russische Exklave Kaliningrad: Die NATO bereite angeblich einen Angriff darauf vor, Finnland plane einen Präventivschlag.
Ein Angriff auf die Region sei innerhalb der NATO wiederholt als Szenario diskutiert worden, heißt es dort. t-online bezeichnet diese Behauptung ausdrücklich als unbelegt.
Finnlands Präsident Alexander Stubb geht nach Angaben von mdr.de nicht davon aus, dass Russland ein NATO-Land angreifen wird. Ob und wann Ratcliffe Putin persönlich gegenüberstand und welche Botschaft er im Detail überbrachte, ist aus den vorliegenden Berichten nicht abschließend zu klären.
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