Schweriner Taschenmanufaktur Red Rebane ist insolvent
Nach 14 Jahren stellt der Hersteller von Wander- und Fahrradrucksäcken die Produktion weitgehend ein, die letzten vier Mitarbeiter verlieren ihren Job.
Aus für die Manufaktur in der Möwenburgstraße
Der Schweriner Taschen- und Rucksackhersteller Red Rebane ist zahlungsunfähig. Die Produktion in der Möwenburgstraße in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern ist weitgehend eingestellt, die verbliebenen Beschäftigten verlieren ihre Arbeit.
Zu den Daten des Verfahrens machen die Quellen unterschiedliche Angaben. Bild.de berichtet, das Insolvenzverfahren sei am 1. August 2026 beim Amtsgericht Schwerin eröffnet worden. Das Portal ad-hoc-news.de schreibt dagegen, das Unternehmen habe am 27. August 2026 Insolvenz angemeldet.
Gegründet wurde die Firma 2012 von Christian Karius und Stephan Rodewald. Sie fertigte Outdoor-Rucksäcke und Fahrradtaschen in Handarbeit, nach Angaben des Nordkurier überwiegend aus heimischen und nachhaltigen Rohstoffen. Erkennungszeichen der Marke ist ein roter Fuchs am Firmengebäude.
Kosten, Masken und Nachahmer
Auf ihrer Website nennt die Firma gestiegene Produktionskosten als Grund. Materialkosten, Energiepreise und Lohnkosten hätten eine wirtschaftliche Fertigung in Deutschland unmöglich gemacht. Dazu kam nach Darstellung des Unternehmens ein starker Fachkräftemangel.
Ein früher Einschnitt war laut Nordkurier die Corona-Pandemie. Der Betrieb konnte nicht mehr auf Messen fahren und nähte stattdessen Stoffmasken für das Schweriner Krankenhaus und andere lokale Unternehmen. Als FFP2-Masken zur Pflicht wurden, blieb die Firma auf der Ware sitzen und musste Kredite aufnehmen, die nun fällig werden.
Die Zahl der Mitarbeiter sank dem Nordkurier zufolge von gut zehn auf zuletzt vier. Bild.de beruft sich für die Zahl von vier Beschäftigten auf das Nachrichtenportal Schwerin-News.
Als weiteres Problem nennen die Gründer Nachahmerprodukte. Eigene Konstruktionskonzepte seien teilweise nahezu eins zu eins von Wettbewerbern übernommen und billiger verkauft worden. Karius sagte dem Nordkurier, es dauere heute oft nicht lange, bis vergleichbare Lösungen zu deutlich niedrigeren Preisen auf den Markt kämen.
Was von Red Rebane bleibt
Die Marke soll nach aktuellem Stand bestehen bleiben. Die beiden Geschäftsführer wollen laut Bild.de weiterhin Bootsverdecke und Schutzabdeckungen in Deutschland herstellen. Auch der „Easy Exo“, eine Fahrrad-Ladefläche, soll weiter vertrieben werden.
Für den Abverkauf der Lagerbestände wurden neue Wege gesucht. Nach Angaben von ad-hoc-news.de sollen die Produkte ab September im Kreativ Kaufhaus Schwerin erhältlich sein.
Den Reparaturservice gibt es nicht mehr, weil alle Fachkräfte den Betrieb verlassen haben. Wie es mit dem Insolvenzverfahren weitergeht und ob Teile des Geschäfts dauerhaft fortgeführt werden können, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor. Red Rebane zählte 2025 zu den Finalisten in der Kategorie Nachhaltigkeit beim Wettbewerb Unternehmen des Jahres MV.
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