Berlin-Wahl: CDU in neuer Umfrage knapp hinter der Linken
Drei Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl liegen Linke, CDU und AfD in einer Civey-Umfrage nur einen Prozentpunkt auseinander.
Dreikampf an der Spitze
Die CDU mit Spitzenkandidat Stefan Evers kommt in einer neuen Umfrage des Instituts Civey im Auftrag des "Tagesspiegels" auf 19 Prozent und liegt damit auf Rang zwei hinter der Linken. Die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp erreicht 20 Prozent, die AfD mit Spitzenkandidatin Kristin Brinker 18 Prozent.
Gewählt wird das Berliner Abgeordnetenhaus, das Landesparlament der deutschen Hauptstadt, am 20. September. Die Umfrage bildet ab, wie die Befragten stimmen würden, wenn schon am kommenden Sonntag gewählt würde.
Gegenüber der Civey-Erhebung von Anfang August verliert die Linke einen Prozentpunkt. Die Werte von CDU und AfD sind laut Civey stabil. An der Befragung nahmen nach Angaben des Instituts 3000 Menschen teil, die Fehlertoleranz gibt Civey mit 3,5 Prozentpunkten an.
Grüne und SPD abgeschlagen
Die Grünen verlieren zwei Punkte und liegen mit 15 Prozent deutlich hinter dem Spitzentrio. Die SPD von Spitzenkandidat Steffen Krach gewinnt einen Punkt hinzu, landet mit 13 Prozent aber erneut auf Platz fünf.
Der Tagesspiegel bewertet das als Debakel für die Sozialdemokraten, die nach Angaben der Zeitung seit 37 Jahren in der Hauptstadt regieren. Die derzeitigen Regierungsfraktionen von CDU und SPD würden dem Blatt zufolge stark schrumpfen.
FDP und BSW legen jeweils einen Punkt zu und erreichen je vier Prozent. Damit würden beide an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, das Abgeordnetenhaus bestünde weiter aus fünf Fraktionen.
Abweichende Zahlen anderer Institute
Andere Institute kommen zu anderen Ergebnissen. Laut WELT sieht die jüngste Insa-Umfrage die CDU mit 20 Prozent knapp vor der Linken mit 19 Prozent und der AfD mit 17 Prozent. Forsa sieht demnach die Linke mit 22 Prozent deutlich vor CDU und AfD mit jeweils 18 Prozent.
Für eine Regierungsmehrheit wären auf Basis dieser Zahlen voraussichtlich drei Partner nötig. Rechnerisch möglich wären laut beiden Publikationen ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD oder eine Koalition aus Linken, Grünen und SPD.
Der Tagesspiegel verweist zudem auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am kommenden Sonntag. Gewinnt die AfD dort deutlich, setzen laut der Zeitung vor allem die politischen Ränder in Berlin auf einen Mobilisierungseffekt, aus der bisherigen Polarisierung zwischen CDU und Linken könnte dann ein Zweikampf zwischen Linken und AfD werden.
Streitthema Vergesellschaftung
Als heißestes Thema des Wahlkampfs beschreibt der rbb die Forderung der Linken, Wohnungen großer privater Konzerne gegen Entschädigung zu vergesellschaften und damit den Volksentscheid von 2021 umzusetzen. Die schwarz-rote Bundesregierung plant laut rbb ein Gesetz, das Vergesellschaftungen verbieten soll.
SPD-Spitzenkandidat Krach hat das Thema dem Bericht zufolge zum Ausschlusskriterium für eine mögliche rot-grün-rote Koalition erklärt. Eralp, 45 Jahre alt und gebürtige Münchnerin, sieht keinen Grund, von der Forderung abzurücken.
Wie sich die CDU in dieser Frage positioniert, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.
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