Dyson bringt Zahnbürste mit Kamera und Wasserstrahl
Die CameraJet erkennt Zahnzwischenräume per Kamera und Algorithmus und schießt Wasser hinein. Preisempfehlung: 480 Euro.

Neue Produktkategorie für den Staubsaugerhersteller
Der britische Technikkonzern Dyson, bisher vor allem für Staubsauger, Haartrockner und Luftreiniger bekannt, hat eine elektrische Zahnbürste namens CameraJet vorgestellt. Nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung lancierte das Familienunternehmen die neue Produktkategorie Mundhygiene an einem Dienstag, wobei Firmengründer James Dyson mit 79 Jahren selbst auf der Bühne stand.
Laut Kronen Zeitung ist das Gerät ab 1. September erhältlich. Die offizielle Preisempfehlung des Herstellers liegt demnach bei 480 Euro, inklusive Dyson-Zahncreme und Dyson-Mundspülung. Angeboten wird die Bürste in den Farben "Ultra blue" und "Ceramic pink".
Kamera, Algorithmus und Wasserstrahl
In der Bürste steckt ein Miniatur-Kamerasystem, das das Gebiss erfasst. Ein Machine-Learning-Algorithmus erkennt dabei Zahnzwischenräume in Echtzeit und löst einen feinen, nadelartigen Wasserstrahl aus, der Essensreste herausspülen soll.
Laut futurezone.at vergehen von der Erkennung bis zur Auslösung rund 100 Millisekunden. Weil auch das zu langsam sein kann, sagt das System kommende Zahnlücken voraus. Die Kamera arbeitet nach Herstellerangaben mit einer Auflösung von 100.000 Pixeln, was 0,1 Megapixel entspricht.
Die Angaben zur Trainingsmenge decken sich weitgehend: futurezone.at nennt 470.000 Zahnbilder, die Kronen Zeitung spricht von fast einer halben Million analysierter Aufnahmen. Zur mechanischen Reinigung dienen abgestufte Doppelborsten und ein Schallantrieb. Zur Bewegung des Bürstenkopfs machen die Quellen unterschiedliche Angaben: futurezone.at schreibt von fast 1.000 Schwingungen pro Sekunde, die Kronen Zeitung von fast 1000 Bewegungen pro Minute.
Tank, App und Datenschutz
Die Neue Zürcher Zeitung berichtet von einem integrierten Tank für Mundspülung mit 12,5 Millilitern Fassungsvermögen. Das Gerät verbindet sich per Bluetooth und WLAN mit dem Smartphone, das Kamerabild lässt sich live in eine App streamen. Nach Angaben von futurezone.at werden die Aufnahmen aus Datenschutzgründen nicht gespeichert.
Dyson gibt an, sechs Jahre an dem Gerät gearbeitet zu haben. Laut Kronen Zeitung waren 661 Ingenieure beteiligt, es wurden 38 Patente angemeldet, und die Software umfasst 16 Millionen Codezeilen. Parallel steigt der Konzern auch in den Markt für Zahnpasta und Mundwasser ein.
Erste Eindrücke und offene Fragen
Dyson erklärte gegenüber futurezone.at, eigene Untersuchungen zeigten, dass das System mit dem Reinigungsergebnis herkömmlicher Zahnseide mithalten könne. Rund 90 Prozent der Menschen benutzten überhaupt keine Zahnseide, obwohl schlechte Mundgesundheit mit schweren Erkrankungen bis hin zu Alzheimer in Verbindung stehe. Unabhängige Prüfungen dieser Angaben nennen die vorliegenden Berichte nicht.
Beim Kurztest der Kronen Zeitung feuerte die Munddusche wie eine kleine "Wasser-Schrotflinte" in die Zwischenräume, der Strahl weitete sich beim Eindringen. futurezone.at beschreibt den Strahl als rabiat und hörbar und die Optik als etwas klobig, das Gewicht aber als normal.
Im Forschungszentrum in Singapur haben laut Neuer Zürcher Zeitung tausende Testpersonen mit der Bürste geputzt, begleitet von der Mundhygiene-Expertin Alessandra Pennetta. Sie sagt, Rechtshänder putzten fast immer die linke Seite gewissenhafter.
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