Massiver russischer Angriff auf Kiew fordert Todesopfer
Ballistische Raketen und Drohnen trafen in der Nacht zum 1. September Wohnhäuser und Bahnanlagen in Kiew, der Region und Odessa.

Die Nacht zum 1. September
Russische Streitkräfte haben in der Nacht zum 1. September Kiew und das Umland mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Nach Angaben des Staatlichen Dienstes der Ukraine für Notsituationen (GSTschS) wurden zivile Infrastruktur und Wohngebäude getroffen.
Die GSTschS meldet acht Tote in Kiew. Zur Zahl der Verletzten unterscheiden sich die Angaben: Meduza berichtet unter Berufung auf die Behörde von fünf Verletzten, darunter drei Kinder, die Deutsche Welle nennt sieben Verletzte, darunter ebenfalls drei Kinder.
Auch die betroffenen Stadtbezirke werden unterschiedlich angegeben. Meduza nennt die Bezirke Darnyzja, Holossijiw und Solomjanka, die Deutsche Welle zusätzlich Dniprowskyj und Swjatoschyn. Ein Wohnhaus wurde teilweise zerstört, an den Einschlagstellen brachen Brände aus.
Bahnanlagen, Boryspil und Odessa
Getroffen wurde auch die Eisenbahninfrastruktur, darunter ein Depot. Der Chef der ukrainischen Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja, Olexandr Perzowskyj, sagte, eine Werkhalle sei vollständig zerstört worden. Sieben Menschen starben, sechs davon waren Beschäftigte des Unternehmens, ein weiterer Eisenbahner kam ins Krankenhaus.
In der Region Kiew kamen nach Angaben der örtlichen Behörden vier Menschen ums Leben, 13 wurden verletzt. In Boryspil wurden ein fünfstöckiges Wohnhaus, zwei Privathäuser und ein Geschäft beschädigt, Rettungskräfte brachten 48 Menschen in Sicherheit. Der Leiter der Militärverwaltung der Region Kiew, Timur Tkatschenko, sprach von vier Toten in Boryspil.
Drohnen griffen zudem den Fährübergang Orliwka an der Grenze zu Rumänien in der Region Odessa an, die Abfertigung wurde eingestellt. Das russische Verteidigungsministerium erklärt, es habe Rüstungsbetriebe, Energieanlagen und Infrastruktur in Kiew, der Region sowie in Odessa und den Häfen Odessa und Tschornomorsk getroffen.
Fünf Tage Dauerbeschuss
Der Angriff folgt auf fünf Tage nahezu ununterbrochener Attacken mit strahlgetriebenen Drohnen auf Kiew, die laut BBC News Russischer Dienst am 27. August begannen. Am ersten Tag wurde der Luftalarm in der Stadt 13 Mal ausgelöst, danach 12, 10 und 11 Mal, mit ähnlichem Rhythmus am Montag, dem 31. August.
Nach Angaben des Sprechers der ukrainischen Luftstreitkräfte, Jurij Ihnat, setzte Russland in diesen Tagen 1500 Drohnen gegen die Ukraine ein, mehr als 800 davon strahlgetrieben. Die meisten flogen laut BBC auf Kiew zu.
Der Alltag in der Stadt ist stark eingeschränkt. Bei Alarm fährt die Metro nicht zwischen dem rechten und dem linken Dnipro-Ufer, Einkaufszentren müssen schließen. Ein Einschlag in ein Militärlager im Dorf Myla am westlichen Stadtrand am 28. August tötete laut BBC 38 Menschen.
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