JP Kraemer schließt seine Firmen, Mitarbeiter vor dem Aus
Der Dortmunder Tuner kündigte die Schließung aller Unternehmen von den Bahamas aus an, während die Staatsanwaltschaft erneut ermittelt.

Schließung aller Unternehmen
Der deutsche Auto-Tuner Jean Pierre "JP" Kraemer (45) hat am 1. September angekündigt, alle seine Unternehmen zu schließen. Das berichtet die Schweizer Zeitung "Blick". Betroffen sind der Firmensitz von JP Performance in Dortmund, die Werkstätten, das Museum und Kraemers Burgerläden.
Kraemer verkündete die Nachricht laut "Blick" von den Bahamas aus, wo er sich bei seinem Vater aufhält und sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Der Vorstand habe die Belegschaft informiert, danach habe es geheißen: "Macht alle Läden dicht."
Die Mitarbeitenden verlieren damit auf einen Schlag ihre Arbeit.
Reaktionen der Belegschaft
Die "Bild"-Zeitung traf Angestellte vor dem Firmensitz in Dortmund. "Es ist ein Scheissgefühl", sagten sie, mehr dürften sie nicht sagen. Eine Kündigung sei noch nicht ausgesprochen worden.
"Wir wissen nicht, was aus uns wird", zitiert "Bild" einen Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte. Er sorgt sich vor allem um ältere Kollegen mit Kindern, für die es schwieriger werde, eine neue Stelle zu finden.
Nach Angaben von "Blick" müssen die Angestellten die Räume nun selbst leerräumen, die Sachen ins Lager bringen und die Scheiben mit schwarzer Folie abkleben.
Gewaltvorwürfe und Ermittlungen
Kraemer hatte am 28. August auf seinem YouTube-Kanal zwei Stellungnahmen veröffentlicht und bestätigt, seine Frau, die Influencerin Julia Meck (25), geschlagen zu haben. In der "Bild" hatte Meck von wiederholten Misshandlungen in der Ehe berichtet. "Blick" bezeichnet Meck als Kraemers Ex-Frau, der WDR spricht von seiner Frau.
Erste Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung gegen beide waren nach einem Polizeieinsatz am Wohnhaus zunächst eingestellt worden, weil beide Seiten auf Strafanträge verzichteten. Inzwischen hat ein Anwalt für Meck einen Strafantrag gestellt, das Verfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft wieder aufgenommen, wie die dpa am 2. September meldete.
Mecks Anwalt bestätigte laut dpa, dass seine Mandantin über Instagram Drohungen erhalten hat und Strafanzeige erstattete. Ihr sei unter anderem mit Vergewaltigungen und dem Tod gedroht worden, schreiben die "Ruhrnachrichten".
Folgen bei Partnern
Die Energydrink-Firma "Gönrgy" beendete laut einem Instagram-Post die Zusammenarbeit mit Kraemer. "Wir distanzieren uns deutlich von Gewalt gegen Frauen und generell von Gewalt in egal welcher Form", heißt es darin. Hinter der Marke steht der Streamer Montana Black.
Borussia Dortmund entfernte laut "Bild" die gemeinsame Kollektion aus dem BVB-Shop und bestätigte das in einer Mitteilung. Kraemers Sendung wurde bei Joyn aus dem Programm genommen.
In der WhatsApp-Nachricht an seine Mitarbeiter, die "Bild" veröffentlichte, entschuldigte sich Kraemer für "die turbulente Zeit" und kündigte eine Therapie an. Wie es mit den Firmen und den Beschäftigten weitergeht, ist bislang nicht bekannt.
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