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Sabotage an Umspannwerk in Brandenburg: Terrorverdacht

Unbekannte schossen selbstgebaute Flugkörper in Höchstspannungsleitungen nahe dem Kraftwerk Jänschwalde, die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

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Sabotage an Umspannwerk in Brandenburg: Terrorverdacht
bild.de

Der Angriff auf das Umspannwerk

In einem Umspannwerk nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs haben Unbekannte mit selbstgebauten Flugkörpern Kurzschlüsse an einer Hochspannungsleitung verursacht. Nach Angaben von tagesschau.de gab es dort zwei Sabotageakte.

Die Täter versuchten, leitfähiges Material in Höchstspannungsleitungen zu bringen, um einen Kurzschluss auszulösen. Das gelang laut Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) in zwei Fällen. In weiteren Fällen sei es nicht gelungen.

Der Vorfall im Ort Turnow-Preilack führte laut DIE ZEIT am Dienstagmorgen zu Kurzschlüssen an zwei Höchstspannungsleitungen und einer kurzzeitigen Leitungsunterbrechung. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Technik und Ablauf

Eine Sprecherin des Netzbetreibers 50hertz erklärte, es seien selbstgebaute Flugkörper eingesetzt worden, die handelsüblichen Silvesterraketen ähnelten. Redmann sprach von einem Treibsatz.

Die Angaben zur Zahl der Vorrichtungen unterscheiden sich in den Berichten. tagesschau.de zitiert Redmann mit einer zweistelligen Anzahl weiterer gefundener Vorrichtungen. Vor dem Innenausschuss des Landtags sprach er laut DIE ZEIT von mehr als einem Dutzend raketenähnlichen Gegenständen mit Treibsatz, von denen nach jetzigem Stand nur einer sein Ziel erreicht habe. bild.de berichtet von mehr als 20 selbstgebauten Raketen und offenbar Zeitzündern.

Ein Geschoss habe es geschafft, ein Kabel in die Höchstspannungsleitung zu transportieren, um eine leitende Verbindung mit dem Erdboden herzustellen, sagte Redmann. Bau und Installation der Vorrichtungen setzten einiges an technischem Know-how voraus. Man müsse davon ausgehen, dass die Täter schon mehrere Tage vorher vor Ort waren.

Folgen und Ermittlungen

Zu einem Stromausfall kam es laut 50hertz nicht, dazu habe auch das Wetter mit Sonne und Wind beigetragen. Kurzzeitig fiel aber eine Leitung aus. LEAG-Chef Adolf Roesch sagte, ein 500-Megawatt-Block des Kraftwerks Jänschwalde sei dadurch ausgefallen, solle aber im Laufe des Abends wieder hochgefahren werden.

Das Brandenburger Polizeipräsidium teilte mit, man ermittle wegen Störung öffentlicher Betriebe, Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel und Bildung einer terroristischen Vereinigung. Zu einem zwischenzeitlich sichtbaren Feuerball sagte Redmann, es habe sich vermutlich um einen Kurzschluss gehandelt. Bislang lasse sich nicht bestätigen, dass ein Sprengsatz detoniert sei.

Wer die Täter sind und was ihr Motiv war, ist bisher unbekannt. Ein Bekennerschreiben gibt es nach Angaben des Ministers nicht, ebenso wenig einen Hinweis auf eine ausländische Macht. Die Tatausführung unterscheide sich von bisherigen Anschlägen auf die Stromversorgung, die der linksextremistischen Szene zugeordnet werden. Ob es einen Zusammenhang zu einem ähnlichen Fall in Nordrhein-Westfalen gibt, wird geprüft.

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