Schweriner Rucksack-Hersteller Red Rebane ist insolvent
Das Amtsgericht Schwerin eröffnete Anfang August das Insolvenzverfahren, die Produktion ist eingestellt, vier Beschäftigte verlieren ihren Job.
Aus nach 14 Jahren
Die Schweriner Taschen- und Rucksackmanufaktur Red Rebane ist zahlungsunfähig. Nach Angaben von Bild wurde das Insolvenzverfahren am 1. August 2026 beim Amtsgericht Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern eröffnet, weil das Unternehmen seine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen kann.
Die Produktion ist weitgehend eingestellt. Die zuletzt noch vier Beschäftigten verlieren ihre Arbeitsplätze. Der Nordkurier berichtet, dass die Firma ihren Sitz in der Möwenburgstraße mitten in der Landeshauptstadt hat.
Gegründet wurde Red Rebane 2012 von Christian Karius und Stephan Rodewald. Das Unternehmen fertigte Outdoor-Rucksäcke und Fahrradtaschen in Handarbeit, überwiegend aus heimischen und nachhaltigen Rohstoffen. Markenzeichen ist ein roter Fuchs.
Kosten, Masken und Kredite
"Leider war die Herstellung unserer Taschen und Rucksäcke in Deutschland unter den heutigen wirtschaftlichen Bedingungen nicht mehr möglich. Deshalb mussten wir die Produktion einstellen", sagte Geschäftsführer Christian Karius dem Nordkurier. Materialkosten, Energiepreise, Lohnkosten und der Fachkräftemangel hätten eine wirtschaftliche Fertigung unmöglich gemacht.
Ein Einschnitt kam laut Nordkurier mit der Corona-Pandemie. Weil Messebesuche wegfielen, nähte der Betrieb Masken für das Schweriner Krankenhaus und weitere Unternehmen aus der Region. Mit dem Aufkommen von FFP2-Masken brach die Nachfrage weg, das Unternehmen blieb auf einem Teil der Ware sitzen.
Um weitermachen zu können, nahm die Firma Kredite auf, die nun fällig werden. Die Zahl der Mitarbeiter sank dem Nordkurier zufolge von gut zehn auf zuletzt vier.
Kopierte Produkte und offene Fragen
Zusätzlichen Druck übten nach Darstellung der Gründer im Nordkurier billigere Konkurrenzprodukte aus. Eigene Entwicklungen und Konstruktionskonzepte seien "teilweise nahezu eins zu eins" von Wettbewerbern übernommen worden.
Rechtlich dagegen vorzugehen, hält Karius für aussichtslos. "Du kannst natürlich jemanden verklagen, weil er dein Produkt geklaut hat, aber die Erfolgsaussichten dafür sind relativ schlecht", sagte er t-online zufolge. Karius verwies darauf, dass Firmen mit Fertigung in Fernost ähnliche Ware günstiger anbieten könnten.
Weil die Fachkräfte gehen, gibt es laut Bild auch den Reparaturservice nicht mehr. Die beiden Chefs wollen demnach aber weiter in Deutschland Bootsverdecke und Schutzabdeckungen fertigen und die Fahrrad-Ladefläche "Easy-Exo" vertreiben. Wie es mit dem Insolvenzverfahren im Einzelnen weitergeht, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.
Der Nordkurier weist darauf hin, dass Red Rebane 2025 zu den Finalisten in der Kategorie Nachhaltigkeit bei der Preisverleihung zum Unternehmen des Jahres MV zählte.
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