Wirtschaftskammer meldet 200 Mitarbeiter beim AMS an
Die WKÖ hat ihren im Juni angekündigten Stellenabbau begonnen, ein Sozialplan mit freiwilligen Abfertigungen ist vereinbart.

Beginn des Stellenabbaus
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat am Mittwoch 200 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet. Das sagte ein WKÖ-Sprecher der Nachrichtenagentur APA. Zuerst berichtet hatte darüber laut DER STANDARD das "Ö1-Mittagsjournal".
Die Anmeldung beim AMS ist der erste konkrete Schritt des Stellenabbaus, den die Kammer bereits im Juni angekündigt hatte. Sie erfolgt im Rahmen einer Reform der Organisation.
Wie viele Stellen tatsächlich und auf welchem Weg wegfallen, ist nach Angaben beider Quellen noch offen. Ob der Abbau über Kündigungen oder etwa über nicht nachbesetzte Pensionierungen läuft, ist damit noch nicht entschieden.
Sozialplan mit dem Betriebsrat
Für die Betroffenen wurde laut einer Information des Betriebsrats ein Sozialplan vereinbart. Dieser sieht neben den gesetzlichen Abfertigungen auch freiwillige Abfertigungszahlungen vor.
Die Höhe dieser Zahlung hänge von der Situation jedes einzelnen Mitarbeiters ab, sagte WKÖ-Betriebsratsvorsitzender Reinhard Kopf im "Ö1-Mittagsjournal". Ein Kriterium sei, wie leicht die betroffene Person am Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen könne.
Auch Weiterbildungen und Umschulungen sollen über den Sozialplan mitfinanziert werden können. Kopf verwies zudem darauf, dass natürliche Fluktuationen bis 2030 sowie freiwillige andere Lösungen berücksichtigt würden. Betroffen seien fast alle Abteilungen in der WKÖ.
Sparpaket bis 2030
WKÖ-Präsidentin Martha Schultz hatte den Stellenabbau im Juni im Rahmen eines geplanten Sparpakets angekündigt. Ab 2030 sollen jährlich 100 Millionen Euro eingespart werden.
Die Tiroler Tageszeitung berichtet ergänzend, dass Schultz ihren Plan im Juni vor dem WKÖ-Präsidium konkretisiert hat. Nach damaligen Kammerangaben sollen in der Bundeskammer in Wien 200 von 800 Stellen bis Ende 2027 abgebaut werden. DER STANDARD nennt diese Aufschlüsselung nicht.
Lehrlinge und Trainees sind laut Tiroler Tageszeitung nicht betroffen. Das gilt demnach auch für die Beschäftigten der rechtlich selbstständigen Fachverbände und der Töchter der WKÖ. Neben der Bundeskammer gibt es neun Länderkammern, die ebenfalls sparen müssen. Wie hoch der Abbau dort ausfällt, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.
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