Insa-Umfrage: AfD bei 43 Prozent in Sachsen-Anhalt
Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze kommt auf 22 Prozent, bei der Direktwahl-Frage liegt AfD-Kandidat Ulrich Siegmund vorn.
Die Zahlen der Insa-Erhebung
Die AfD kommt in Sachsen-Anhalt nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag des Portals "Nius" auf 43 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als in der vorherigen Insa-Umfrage für "Nius" von Anfang Juli. Die Landtagswahl in dem Bundesland findet laut WELT am Sonntag statt.
Die CDU verliert einen Punkt und liegt bei 22 Prozent. Der Abstand zwischen AfD und CDU beträgt damit 21 Prozentpunkte. Die Zeitung BILD schreibt, der Abstand beider Parteien sei damit größer als je zuvor bei einem Umfrageinstitut.
Drittstärkste Kraft wäre die Linke mit zwölf Prozent, ebenfalls ein Punkt weniger als zwei Monate zuvor. SPD und Grüne legen um je einen Punkt zu und kämen auf sieben beziehungsweise fünf Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit vier Prozent und die FDP mit drei Prozent verlieren je einen Punkt und würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf rund vier Prozent.
Direktwahl-Frage und abweichende Erhebung
Insa fragte auch, wen die Wähler bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten unterstützen würden. 39 Prozent nannten den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, 28 Prozent den Amtsinhaber Sven Schulze von der CDU. Nach Darstellung von BILD liegt Siegmund damit erstmals vorn, während in früheren Umfragen meist der Amtsinhaber vor ihm lag.
Eine andere Erhebung kommt zu abweichenden Werten. Laut WELT sah die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF die AfD zuletzt bei 40 Prozent und die CDU bei 23 Prozent. Beim "Politbarometer" des ZDF lag Schulze bei der Personenfrage nach Angaben von BILD zuletzt mit 48 zu 32 Prozent vor Siegmund. Auch in der ZDF-Umfrage wären Linke, SPD und Grüne im Parlament vertreten, BSW und FDP nicht.
Mehrheitsfrage und Wahlkampf
Für eine absolute Mehrheit würden die 43 Prozent nach Berechnung von BILD nicht reichen. CDU, Linke, SPD und Grüne kämen zusammen auf 46 Prozent und hätten damit mehr Sitze. Dafür müsste die CDU allerdings eine Form der Zusammenarbeit mit der Linken eingehen, die sie wegen eines Parteitagsbeschlusses eigentlich ausschließt.
BILD berichtet, dass Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag erstmals im laufenden Wahlkampf in Sachsen-Anhalt zu Gast war und gemeinsam mit Schulze vor einem AfD-Wahlerfolg warnte. Der Verein Campact rief laut WELT in einer Werbeaktion dazu auf, SPD und Grüne zu wählen, um eine absolute AfD-Mehrheit zu verhindern.
Insa befragte 1000 Personen online zwischen dem 26. August und dem 1. September, die Fehlertoleranz liegt bei 3,1 Prozentpunkten. Umfragen geben nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wieder und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.
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