Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff vor Spitzbergen
Auf Betreiben des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz nahmen norwegische Behörden das Kreuzfahrtschiff „Professor Moltschanow" fest.
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Zugriff in der Arktis
Norwegische Behörden haben in der Inselgruppe Spitzbergen in der Arktis das russische Kreuzfahrtschiff „Professor Moltschanow" beschlagnahmt. Das teilte der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz nach einem Bericht der Zeitung DIE WELT am Mittwoch mit.
Der Zugriff erfolgte demnach auf Betreiben von Naftogaz selbst. Grundlage sei ein Gerichtsbeschluss, der Russland zu Entschädigungszahlungen an das ukrainische Unternehmen verpflichtet. Der Schritt sei auf norwegische Anordnung hin vollzogen worden.
Spitzbergen ist eine norwegische Inselgruppe im Nordpolarmeer. Naftogaz ist der größte Energiekonzern der Ukraine und steht im Eigentum des Staates.
Was bislang offen ist
Zu vielen Punkten liegen keine Angaben vor. Die Berichte nennen weder die Höhe der Entschädigung, zu der Russland verpflichtet wurde, noch das Verfahren, aus dem der zugrunde liegende Beschluss stammt.
Ebenfalls nicht bekannt ist, ob sich Passagiere oder Besatzung an Bord befanden, wem das Schiff gehört und wie lange es festgehalten werden soll. Eine Reaktion russischer Stellen auf die Beschlagnahmung ist in den vorliegenden Berichten nicht wiedergegeben.
Über den Vorgang berichtet unter den vorliegenden Quellen allein DIE WELT. Neue Zürcher Zeitung, tagesschau.de und DIE ZEIT erwähnen ihn in ihren Darstellungen nicht.
Warnung aus Dänemark
DIE WELT stellt die Beschlagnahmung in einen Zusammenhang mit einer Warnung aus Dänemark. Dort haben die Behörden nach einem Bericht der Zeitung „Berlingske" Pläne und Vorbereitungen für russische Sabotage aufgedeckt.
Im Visier stünden vor allem Unternehmen der Verteidigungsindustrie mit Verbindungen zur militärischen Hilfe für die Ukraine, sagte Emil Græsholm, Chef der Spionageabwehr beim dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst PET. „Das Hauptziel ist, konkrete Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppen", sagte er. Als mögliches Mittel nannte er Brandstiftung.
Russland versuche zudem, „ganz gewöhnliche Dänen" anzuwerben, oft ohne dass diese wüssten, für wen sie arbeiteten. Laut DIE ZEIT geschieht das über soziale Medien und Spiele-Plattformen, etwa für Fotos von Firmengeländen. Russland bestreitet jede Beteiligung an hybrider Kriegsführung.
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